Mit seinen Tränen bei der Nationalhymne sorgte Teboho Mokoena schon vor dem Anpfiff für einen bewegenden Moment. Nach seinem verwandelten Handelfmeter zum 1:1 gegen Tschechien, sprach Südafrikas WM-Held über seine Emotionen. „Ich war völlig überwältigt, ich dachte an meinen verstorbenen Großvater“, sagte der Mittelfeldspieler. Sein erfolgreicher Strafstoß in der 83.
Minute hielt den Gastgeber von 2010 im Turnier. „In diesem Moment habe ich seine Gegenwart gespürt. Ich dachte, wenn er hier wäre, wäre er stolz auf mich. Ich weiß, dass er an mich geglaubt hat, selbst als sonst niemand an mich glaubte“, sagte Mokoena.
Bei einer WM zu spielen, sei für ihn ein Kindheitstraum, der wahr werde. Im entscheidenden dritten Gruppenspiel gegen Südkorea wird der 29-Jährige fehlen. Mokoena sah nach 33 Minuten die Gelbe Karte, es war die zweite im Turnierverlauf, was zu einer Sperre führt. „Man kann sagen, dass es eine dumme Gelbe Karte war“, sagte Trainer Hugo Broos.
„In so einem Spiel ist es schwierig, seine Emotionen zu kontrollieren. Wir müssen das auf diesem Level noch lernen.“ F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen Michael Sadilek (6. Minute) hatte in dem imposanten Hallen-Stadion von Atlanta für die frühe Führung der Tschechen gesorgt.
Auf den Rängen waren große Lücken sichtbar, die Zuschauerzahl wurde mit 67.442 angegeben. Offiziell können 68.239 Fans die WM-Spiele in der Arena verfolgen, ausverkauft war aber auch das erste Spiel von Europameister Spanien gegen Kap Verde nicht. Erstmals kam bei dieser WM eine Schiedsrichterin zum Einsatz. Tori Penso ist erst die zweite Frau in der Geschichte der Männer-WM, die ein Endrunden-Spiel pfiff.
An Erfahrung mangelt es der 39 Jahre alten US-Amerikanerin keineswegs. Penso leitete das jüngste WM-Finale der Frauen und war zudem im vergangenen Jahr bei der Klub-WM bei einem Spiel von Borussia Dortmund im Einsatz. Vor vier Jahren in Qatar war die Französin Stephanie Frappart Schiedsrichterin beim Spiel von Deutschland gegen Costa Rica. Bei dieser WM ist neben Penso auch die Mexikanerin Katia Garcia im Aufgebot der Referees.
Nach den Auftaktniederlagen standen beide Teams unter Zugzwang. Vor allem Tschechiens Trainer Miroslav Koubek rotierte viel, brachte gleich fünf neue Spieler. Im Angriff stellte er dem Leverkusener Patrik Schick den Hoffenheimer Adam Hlozek zur Seite. Das machte sich bereits nach wenigen Minuten bezahlt.
Denn Hlozek setzte sich auf der rechten Seite durch, passte den Ball flach in den Rücken der Abwehr. Dort leitete Alexandr Sojka gedankenschnell auf Sadilek weiter, der aus kurzer Distanz mit Wucht traf. Wie schon im Eröffnungsspiel gegen Mexiko lag Südafrika früh zurück. Dennoch präsentierte sich der WM-Gastgeber von 2010 spielerisch ansehnlicher als in Mexiko-Stadt.
Allein die gefährlichen Abschlüsse fehlten. Oswin Appollis (13.) kam mit seinem Schuss aus über 20 Metern dem Ausgleich noch am nächsten. Als Tschechiens Torwart Matej Kovar (45.+4) eine Flanke fallen ließ, waren die Südafrikaner nicht schnell genug zur Stelle, um Kapital daraus zu schlagen. Südafrika verfügte über deutlich mehr Ballbesitz und war auch durchaus willens, doch die Mannschaft hatte arge Probleme, den Ball mal in eine gefährliche Zone zu bringen.
Der frühere Hertha-Profi Vladimir Darida (47.) hatte das zweite Tor auf dem Fuß, doch sein Schuss wurde ebenso geblockt wie der von Sadilek (59.). Der Ausgleich sollte Südafrika dann doch noch gelingen. Nachdem Pavel Sulc einen Schuss von Thapelo Maseko mit dem Arm im Strafraum geblockt hatte, gab es einen Handelfmeter. Mokoena ließ sich die Chance nicht nehmen.
104 Spiele, 48 Mannschaften, Musikstars auf der Bühne – die größte Fußball-WM der Geschichte beginnt. Doch vor der Eröffnung in Mexiko-Stadt gibt es Sorgen. Das liegt nicht nur am möglichen Unwetter. Alle 48 Mannschaften haben einmal vorgespielt bei dieser Fußball-WM.
Nun stehen die ersten Teams schon unter Druck. Wie gehen Tschechen und Südafrikaner damit um? Südkorea vergibt Chance um Chance, gerät in Rückstand - und feiert am Ende trotzdem einen gelungenen Start. Tschechien und Stürmer Patrik Schick haben sich ihre Rückkehr auf die WM-Bühne nach 20 Jahren anders vorgestellt.