Laut einem Bericht sieht der Entwurf für ein Rahmenabkommen zwischen Iran und USA eine Aufhebung von US-Sanktionen vor. Das Papier ist nach Angaben aus Teheran "überwiegend finalisiert". Die Bundesregierung plant vorerst keine weitere Freigabe von Ölreserven. Derzeit gebe es keinen Bedarf, teilte das Wirtschaftsministerium in Berlin mit.
Die Mitgliedstaaten der Internationalen Energieagentur (IEA) hatten als Reaktion auf den Iran-Krieg und die fehlenden Ölmengen am Weltmarkt wegen der Sperrung der Straße von Hormus eine koordinierte Freigabe von Ölreserven vereinbart. Auf Deutschland entfielen rund 2,6 Millionen Tonnen. In einer ersten Charge wurden 600.000 Tonnen Rohöl, Diesel und Kerosin freigegeben. Diese Mengen habe der Markt inzwischen "nahezu vollständig" aufgenommen, hieß es.
Sie seien aber nicht "sofort aufgekauft" worden, was darauf hindeute, dass keine physischen Knappheiten bestünden. Ein Entwurf für eine Rahmenvereinbarung zwischen den USA und Iran sieht der iranischen Nachrichtenagentur Mehr zufolge eine Aufhebung von US-Sanktionen und die Öffnung der Straße von Hormus vor. Die Absichtserklärung beinhalte zudem den Abzug von US-Streitkräften aus der Region um Iran sowie ein Ende der US-Seeblockade iranischer Häfen, berichtete die Agentur weiter. Auch eine "dauerhafte und sofortige Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich im Libanon" sei vorgesehen.
Darüber hinaus sollten die Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie aufgehoben und eingefrorene Gelder der Islamischen Republik freigegeben werden. Die abschließenden Verhandlungen sollen sich demnach auf das iranische Atomprogramm und wirtschaftliche Fragen konzentrieren, während das iranische Raketenprogramm ausgeklammert bleibe. Der Entwurf müsse jedoch noch von den zuständigen Regierungsstellen finalisiert werden. Eine Stellungnahme aus Washington lag zunächst nicht vor.
Nachdem US-Präsident Donald Trump ein baldiges Rahmenabkommen mit Iran in Aussicht gestellt hat, spricht auch die Islamische Republik von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Ein entsprechender Text sei überwiegend finalisiert, teilte laut staatlichen Medien der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai mit. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim handelt es sich bei dem Abkommen um einen 14 Punkte umfassenden Text. Es gehe zunächst um ein Rahmenabkommen, mit dem die Grundlage für weitere Gespräche zwischen den USA und Iran gelegt werden soll.
Das israelische Militär hat am Morgen einen Luftangriff auf das Gebiet um Nabatäa im Süden des Libanon geflogen. Am Horizont war eine große Rauchwolke zu sehen. Am Donnerstag waren bei Luftangriffen auf mehrere Orte nach libanesischen Angaben sechs Menschen getötet worden. Israels Bodentruppen rückten zudem im Südlibanon vor.
Die Armee teilte mit, sie hätte die "operative Kontrolle" in einem mit der proiranischen Hisbollah-Miliz umkämpften Gebiet übernommen. US-Streitkräfte haben am Persischen Golf offenbar zwei iranische Angriffsdrohnen abgeschossen. Das berichtete ein US-Beamter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Reuters. Teheran habe versucht, mit diesen Drohnen Handelsschiffe anzugreifen, die die Straße von Hormus passierten.
"Der Schiffsverkehr durch die Meerenge läuft weiter", teilte der Beamte mit. US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag erklärt, die USA und der Iran könnten bereits an diesem Wochenende ein Friedensabkommen unterzeichnen. Damit solle die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt geöffnet werden. Die Regierung in Teheran entgegnete jedoch, es sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden.
Er begründet den Schritt mit positiven Entwicklungen bei den Friedensverhandlungen - doch Iran dementiert. Iranische Einsatzkräfte haben laut staatlichen Medien einen Öltanker an der Durchfahrt durch die Meerenge am Persischen Golf gehindert. Die staatliche Nachrichtenagentur Fars berichtet unter Berufung auf einen eigenen Reporter, man habe dem Tanker die Passage verweigert, da dieser im Vorfeld nicht abgestimmt und vorschriftswidrig gehandelt habe. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt.
Kurz zuvor hatte es in der nahegelegenen Hafenstadt Bandar Abbas zwei Explosionen gegeben. Bisher ist unklar, ob sie in Zusammenhang mit dem Vorfall standen. Die iranische Militärführung hatte am Donnerstag angekündigt, die Straße von Hormus für Öltanker und Handelsschiffe zu schließen und drohte, auf jedes Schiff zu feuern, das eine Durchfahrt versuche. ++ Im Libanon sind Staatsmedien zufolge mehrere Menschen bei israelischen Angriffen getötet und weitere verletzt worden.
++ Die Ölpreise sind nach der Absage der von den USA geplanten Angriffe auf den Iran deutlich gefallen. ++ Die Entwicklungen zum Krieg im Nahen Osten vom Donnerstag zum Nachlesen. Dieses Thema im Programm: RBB24 Inforadio | Nachrichten | 12.06.2026 | 10:03 Uhr, tagesschau24 | Nachrichten | 12.06.2026 | 09:00 Uhr, Bayern 2 | Nachrichten | 12.06.2026 | 07:00 Uhr, Das Erste | tagesthemen | 11.06.2026 | 23:15 Uhr