US-Präsident Trump weckt immer wieder Hoffnungen auf ein Abkommen mit Iran - meist gefolgt von einem Dementi aus Teheran. Nun hat das iranische Außenamt aber Fortschritte bestätigt. Der Text sei "nahezu finalisiert". Nachdem US-Präsident Donald Trump ein baldiges Rahmenabkommen mit Iran in Aussicht gestellt hat, spricht auch die Islamische Republik von einem möglicherweise bevorstehenden Verhandlungsabschluss.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, erklärte im staatlichen Fernsehen, dass der Text für eine Vereinbarung "überwiegend finalisiert" sei. Gleichzeitig betonte Baghai, dass Widersprüche in den Positionen der USA den Prozess erschwert hätten. Die US-Seite habe immer wieder ihre Positionen verändert. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim handelt es sich bei dem Abkommen um einen 14 Punkte umfassenden Text.
Es gehe zunächst um ein Rahmenabkommen, mit dem die Grundlage für weitere Gespräche zwischen den USA und Iran gelegt werden solle. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr sieht die Absichtserklärung eine "dauerhafte und sofortige Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich im Libanon" vor. Es seien zudem "60 Tage Verhandlungen" angesetzt worden, um in Atomfragen und zur vollständigen Aufhebung der US-Sanktionen eine Einigung zu erzielen. Während dieser Verhandlungsphase sollen 24 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Geldern freigegeben werden, heißt es in den Berichten weiter.
Der Entwurf sehe vor, dass Teheran die Hälfte dieses Betrags schon "vor Beginn der Verhandlungen zur Verfügung gestellt" werde. Iran - so die staatliche Nachrichtenagentur Irna - behalte sich darüber hinaus das Recht auf Urananreicherung vor. Auch das nationale Raketenprogramm sei nicht Gegenstand von Verhandlungen. Eine unabhängige Bestätigung für diese Berichte gibt es bisher nicht.
Auch aus Washington liegt noch keine Stellungnahme vor. Er begründet den Schritt mit positiven Entwicklungen bei den Friedensverhandlungen - doch Iran dementiert. Trump hatte am Donnerstag wenige Stunden, nachdem er massive Angriffe auf Iran angekündigt hatte, diese wieder abgesagt. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte der US-Präsident, die laufenden Gespräche hätten die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht.
Alle beteiligten Parteien hätten endgültige Punkte im Detail gebilligt, so Trump - darunter auch Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien, Ägypten und andere. Die Vereinbarung könne möglicherweise schon an diesem Wochenende - "wahrscheinlich in Europa" - unterzeichnet werden. Experten sehen Iran vor einem künftigen Dilemma, Trump in der Falle und Israel im Schwebezustand. Im Iran-Krieg hatte es in den vergangenen Tagen mehrmals heftige Angriffe gegeben - obwohl eigentlich seit gut zwei Monaten eine Waffenruhe gilt.
Zuletzt beschossen sich am Wochenende Iran und Israel gegenseitig, in der Nacht zu Mittwoch und Donnerstag attackierten sich Iran und die USA. Infolgedessen teilte das iranische Außenministerium in einer Erklärung mit, die neuerlichen US-Angriffe hätten die Waffenruhe bedeutungslos gemacht. Auf eine formelle Aufkündigung der seit April geltenden Waffenruhe verzichtete das Ministerium in der Mitteilung jedoch. Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 12.06.2026 | 11:00 Uhr