Im Krieg zwischen Iran und den USA gibt es Bewegung: Nach übereinstimmenden Medienberichten könnten sich beide Kriegsparteien in Kürze auf eine Waffenruhe verständigen. Die Absichtserklärung ("Memorandum of Understanding") enthält dem US-Nachrichtenportal Axios zufolge alle wesentlichen Streitpunkte zwischen den USA und Iran. So soll es um eine zeitlich begrenzte Aussetzung aller Kampfhandlungen gehen, um die Straße von Hormus und um das iranische Atomprogramm. Auch die Aufhebung von Sanktionen und die Freigabe iranischer Vermögenswerte stehen zur Debatte.
US-Präsident Trump will laut Medienberichten am Wochenende über den Fortgang im Iran-Konflikt entscheiden. Während einer Phase der Waffenruhe soll Iran die Passage der Meerenge ermöglichen, heißt es aus den USA. Mautgebühren sollen in dieser Zeit nicht erhoben werden. Der Verkehr soll sich während dieser Zeit auf "Vorkriegsniveau" normalisieren.
Unklar ist noch, wie lange diese Waffenruhe dauern soll. Auf US-Seite war von 60 Tagen die Rede. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sprach im Staatsfernsehen hingegen von einem "30- bis 60-tägigen Zeitraum". Laut US-Präsident Donald Trump will sich Iran darüber hinaus verpflichten, Minen zu räumen, die man während des Kriegs in der Straße von Hormus verlegte.
Im Gegenzug könnten die USA die Blockade iranischer Häfen aufheben und Teheran den freien Ölexport ermöglichen. Aus Iran kamen aber auch hierzu schon kritische Reaktionen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars schrieb, Iran habe zwar zugestimmt, die Anzahl der passierenden Schiffe wieder auf das Vorkriegsniveau anzuheben. Dies bedeute jedoch keine Rückkehr zur "freien Durchfahrt" wie vor dem Krieg.
Trumps Aussage sei daher "unvollständig" und entspreche nicht der Realität. Einige Schiffe haben die Straße von Hormus zuletzt passiert - doch die Lage im Nahen Osten bleibt fragil. Iran sagt zu, niemals Atomwaffen anzustreben. Es soll Verhandlungen über die Aussetzung des Urananreicherungsprogramms geben.
Auch der Bestand hochangereicherten Urans steht zur Debatte: Dieser könnte entfernt werden. Im Gegenzug erklären sich die USA bereit, Sanktionen zu lockern und eingefrorenes iranisches Vermögen freizugeben. Zuvor hatte US-Präsident Trump erneut mit drastischen Worten gedroht. US-Außenminister Marco Rubio gibt sich verhalten optimistisch und sprach von "einigen Fortschritten".
Es bestehe die Chance, dass er spätestens in einigen Tagen etwas mitteilen könne. "Ich bin zutiefst besorgt", schrieb dagegen der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas auf X. Sollte das Ergebnis "ein iranisches Regime sein - weiterhin von Islamisten geführt, die 'Tod den USA' skandieren -, das nun Milliarden von Dollar erhält, Uran anreichern und Atomwaffen entwickeln kann und die Straße von Hormus effektiv kontrolliert, dann wäre dies ein desaströser Fehler". Irans Präsident Massud Peseschkian zeigte sich zwar offen für eine diplomatische Lösung, betonte jedoch Teherans tiefes Misstrauen gegenüber Washington. "Wir sind weiterhin gesprächsbereit", so Peseschkian, "aber die Erfahrungen aus vergangenen Verhandlungen mit den USA zwingen uns zu äußerster Vorsicht."
Im US-Senat hatten die Demokraten erstmals mit einer Resolution zum Iran-Krieg Erfolg. Dieses Thema im Programm: Das Erste | tagesschau | 24.05.2026 | 01:05 Uhr