Mitten im Interview überkamen Marta Kostjuk die Tränen, ihr Gesicht vergrub die ukrainische Tennisspielerin in den Händen. „An diesem Morgen hat hundert Meter von meinem Elternhaus entfernt eine Rakete ein Gebäude zerstört“, sagte die 23-Jährige nach ihrem Erstrundensieg bei den French Open gegen die gebürtige Russin Oksana Selekhmeteva. Im Anschluss zeigte die Tennisspielerin auf der Pressekonferenz sogar ein Bild von ihrem Handy, das die Zerstörung zeigen soll. „Das habe ich heute Morgen um 8:00 Uhr erhalten“, sagte die Fünfzehnte der Weltrangliste.
Ihr sei „schon beim Gedanken daran übel“ geworden, „dass ich, wenn es 100 Meter näher gewesen wäre, heute wahrscheinlich keine Mutter und keine Schwester mehr hätte“. F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen Aufgrund der Umstände sei sie „unglaublich stolz“ auf sich selbst. „Ich denke, es war eines der schwierigsten Matches meiner Karriere“, sagte Kostjuk.
Ihr Interview auf dem Court Simonne-Mathieu musste sie kurz unterbrechen, weil ihr die Tränen kamen. Von den Rängen gab es Applaus. „Ich habe nicht gewusst, wie ich damit umgehen würde. Ich habe am Morgen geweint“, erzählte Kostjuk.
„Ich bin natürlich froh, in der zweiten Runde zu sein. Aber all meine Gedanken und mein Herz sind heute bei den Menschen in der Ukraine.“ Auf den im Tennis eigentlich obligatorischen Handschlag am Netz verzichtete Kostjuk. Aus Protest reichen ukrainische Spieler und Spielerinnen den Russen auf der Tour nicht mehr die Hand.
Russland hat nach eigenen Angaben die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik erneut eingesetzt. Vor allem Kiew war Ziel der jüngsten Angriffe. 69 Menschen seien in der Hauptstadt verletzt und zwei weitere getötet worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Mal spielt Novak Djokovic ein Grand-Slam-Turnier im Einzel - damit setzt er einen weiteren Meilenstein seiner Karriere.
Doch die erste Runde in Paris hat ihre Tücken. Der „Krieg der Sterne“ bei Mercedes geht in die nächste Runde: George Russell und Kimi Antonelli bekämpfen sich in Montreal abermals intensiv. Nach einem Defekt des Engländers rast Antonelli allen davon. Etappe des Giro d'Italia erwischt ein Ausreißer die Sprinter auf dem falschen Fuß.
Für Ärger sorgen dabei aber vor allem die Begleit-Motorräder. Ein deutscher Fahrer ist „extrem sauer“.