Theodor W. Adorno hatte schon 1959 eindringlich gewarnt, das „Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie“ sei potentiell bedrohlicher als das „Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie“. Aus der Geschichte zu lernen, hieße dann weniger, nach formalen Analogien zur NS-Diktatur zu suchen, sondern wachsam zu sein, um das Aufkommen neuer rechter Potentiale schon im Ansatz ersticken zu können, ganz gleich, ob sie Wiedergänger der Nationalsozialisten sind. Bei „Dalli Dalli“ sagt mein Großvater: „Das ist ein Jude.“ Der Satz bleibt hängen. Wie konnten nationalsozialistische Denkweisen nach 1945 in Familien, Erziehung und stillen Hierarchien so lange weiterwirken?
Der Mainstream liefert Wohlfühlbücher mit schematischen Figuren: In Isabelle Herzogs Roman „Bookish Game“ geht es um die Planbarkeit von literarischem Erfolg auf einem Feld, das die deutsche Buchbranche retten soll – Young Adult. War Martin Heidegger Nationalsozialist? Und war er überhaupt politisch? Oliver Jahraus zieht eine Bilanz der Debatte um die politische Verstrickung des Philosophen.