Für ein Spiel auf dem Niveau der 3. Liga – höchstens – hatte die Begegnung zwischen Mexiko und Südafrika am Donnerstagabend eine beachtliche Kulisse. Mehr als 80.000 Zuschauer versammelten sich im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt, das ZDF meldet 10,04 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 46,5 Prozent. Aber es war ja auch der Auftakt zu dieser aufgeblasenen Fußballweltmeisterschaft, deren Größenwahn das Zweite Deutsche Fernsehen mit seinem Gewese eins zu eins übernahm.

Da gab es eine stundenlange Vorberichterstattung, die dann ausgerechnet bei der Übertragung der Eröffnungsfeier hakte. Während das Fest im Stadion begann, lief im ZDF noch Werbung (zur Refinanzierung der sündhaft teuren Senderechte dringend nötig). F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen Im Studio in Berlin tummelten sich zwei Moderatoren (Katrin Müller-Hohenstein, Jochen Breyer) und fünf Experten (Christoph Kramer, Thorsten Kinhöfer, Friederike „Fritzi“ Kromp, Per Mertesacker und Christian Streich), waren sich in ihrem kritischen Urteil einig und schauten auf ein großes Nichts, das sie mit ihrer Riesenrunde indes noch vergrößerten.

Dabei fragt man sich angesichts des hilflosen Gestolpers der „Bafana Bafana“, wie es Südafrika überhaupt zur WM geschafft hat. Und ob Mexiko dabei wäre, zählte es nicht zu den Ausrichterländern? Was Klartext zu diesem erbärmlichen Grottenkick anging, war man unseres Erachtens bei Magenta TV mit Johannes B. Kerner, Thomas Müller und Jürgen Klopp besser bedient (wenn auch mit vorübergehenden Tonproblemen). Sie ließen – ebenso wie die Runde im ZDF – kein gutes Haar an dieser Vorstellung, veranstalteten aber eben nicht den großen Eiertanz, zu dem uns die Öffentlich-Rechtlichen in den kommenden Wochen wohl bitten werden.

Die „größte WM aller Zeiten“ geht ja gerade erst los. Seit Jahrzehnten liest Denis Scheck alle Titel der Bestsellerliste. Kaum jemand kennt die Deutschen so wie er. Ein Gespräch über Oliver Kahns Bekenntnisse, Peter Hahnes Sprachsünden und warum er die sozialen Medien meidet.

David Hockney gehörte zu den einflussreichsten Vertretern zeitgenössischer Kunst. Unbeschwerte Pool-Bilder in leuchtenden Farben wurden sein Markenzeichen. Nun ist der Brite im Alter von 88 Jahren gestorben. Von einem Radiostudio über eine Siedlung im Westjordanland bis hin zur Universität von Tel Aviv: Ein Band versammelt Reden und Essays des israelischen Schriftstellers Amos Oz.