Mit 16 Jahren darf man wählen, jedenfalls bei der Europawahl, mit 18 Verträge unterschreiben. Hirnforscher sagen: Mit 25 ist der präfrontale Cortex ausgereift, die Persönlichkeit gefestigt. Sicher ist vor allem eines: Mit Mitte zwanzig fallen die großen Entscheidungen des Lebens: Beruf, Wohnort, Familie. Die heute Fünfundzwanzigjährigen treffen diese Entscheidungen in unsicheren Zeiten: Inflation, hohe Mieten, ein zäher Arbeitsmarkt.
Was früher für viele selbstverständlich war – eine unbefristete Stelle, ein Eigenheim, planbare Perspektiven –, ist es für sie nicht mehr. Maren Schmidt ist Versicherungsmathematikerin bei einem großen Beratungsunternehmen und verdient mit 75 Prozent Teilzeit eine sechsstellige Summe im Jahr. Warum sie die Arbeit als Aktuarin schätzt. Erst spät stellt unsere Autorin fest: In ihrem Freundeskreis sorgt nur sie sich um Geld.
Während sie spart und investiert, werden alle anderen erben. Über ein böses Erwachen in der Lebensmitte. Als sie gebeten wurde, Trauzeugin zu werden, war unsere Autorin begeistert. Doch inzwischen ist sie nur noch genervt: vom Junggesellinnenabschied, vom Trauredner und von den anderen Gästen.
Wird da nicht viel zu viel verlangt?