Die Fondsgesellschaft Deka Investment fordert vom österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV eine Sonderdividende und will dem neuen Vergütungssystem für den Vorstand die Zustimmung verweigern. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch will der Investor einem vorab veröffentlichten Redetext zufolge einen Ausgleich für geringere Ausschüttungen aus dem Chemiegeschäft verlangen. OMV und der Partner Adnoc aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten im März mitgeteilt, den Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens Borouge International aufgrund der schwierigen Marktbedingungen auf 2027 zu verschieben und dessen Dividende für das laufende Jahr zu halbieren. Unter diesem Dach hatten beide Ende März ihre Chemietöchter gebündelt.
Der Borouge-Beitrag zur OMV-Ausschüttung sinkt dadurch im laufenden Jahr von 500 auf 250 Millionen Dollar. Für OMV-Aktionäre bedeutet dies Einbußen von 60 bis 70 Cent je Aktie. „Wir erwarten, dass OMV diese aus Investorensicht schmerzhafte Halbierung der Borouge-Dividende zumindest teilweise kompensiert“, fordert Deka-Expertin Cornelia Zimmermann in dem Redetext. Dies könne durch eine Sonderdividende oder eine höhere Ausschüttungsquote geschehen.
Bereits bei der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 müssen die Aktionäre Abstriche hinnehmen: OMV will die Ausschüttung auf 4,40 von zuvor 4,75 Euro je Aktie kürzen.