Mehrere Effekte wirkten am Donnerstag auf die US-Investoren ein: Einerseits legten die Aktien der Chiphersteller nach Ausverkäufen zum Wochenbeginn wieder zu. Andererseits machte der KI-Ausblick der Beratungsfirma Accenture den Besitzern von Aktien aus dem Consulting- und Softwarebereich Sorgen. Nach den Verlusten vom Mittwoch schließen die Indizes am Donnerstag wieder mit Gewinnen. Die Währungshüter hatten am Mittwochabend wie erwartet ein weiteres Mal den Leitzins nicht angerührt.
Die Fed rechnet für das Jahr 2026 zudem mit einer deutlich höheren Inflation als bisher, sodass am Markt statt Zinssenkungen nun zunehmend Anhebungen ab September erwartet werden. Vor der ersten Zins-Pressekonferenz von Kevin Warsh waren die Märkte noch von einem ersten Zinsschritt gegen Ende des Jahres ausgegangen. Der Donnerstag war zudem der sogenannte Hexensabbat, der einmal im Quartal stattfindende gleichzeitige Verfallstag von Derivaten auf Aktien, Indexoptionen und Futures, was das Handelsvolumen erhöhte und die Volatilität verstärkte. Die sinkenden Ölpreise angesichts der Entspannung rund um den Persischen Golf dürften die Zinsfurcht allerdings abmildern.
Wenn Energie wieder günstiger wird, dürften in einigen Monaten auch die Inflationsraten wieder fallen. US-Präsident Donald Trump und sein iranischer Amtskollege Massud Peseschkian hatten zuvor eine vorläufige Vereinbarung über ein Kriegsende unterzeichnet.