Als in der südchinesischen Stadt Ruili vor ein paar Monaten die Bewerbungslisten für eine Stelle bei der staatlichen Einwanderungsbehörde geschlossen wurden, standen darauf die Namen von mehr als 6400 Kandidaten. Wohlgemerkt: für einen einzigen Job, vergleichbar mit dem eines Polizeiinspektors. Und dies ist kein Einzelfall. Der Wettbewerb um eine sichere Stelle beim Staat wird immer härter in China.

Das zeigte zuletzt auch die nationale Beamtenprüfung 2026: Rund 3,7 Millionen Bewerberinnen und Bewerber schlossen die formale Vorauswahl erfolgreich ab, während nur etwa 38.100 Positionen ausgeschrieben waren. Das ergibt ein Verhältnis von rund 98 Bewerbern pro Stelle – ein neuer Höchstwert. Noch 2023 lag die Quote nach offiziellen Angaben bei etwa 70 zu eins, 2024 bei 77 zu eins und 2025 bei 86 zu eins. Innerhalb von nur drei Jahren ist der Zugang zum Staatsdienst damit kontinuierlich enger geworden.

Dabei kann er die Sicherheit, die sich die Bewerber von ihm erhoffen, kaum mehr bieten. Viele Bewerber wissen das – doch die Faktoren, die sie von der Privatwirtschaft wegtreiben, sind stärker.