Zwei Jahre ist es her, dass die Europameisterschaft in Deutschland stattfand. Fanmeilen in den Innenstädten wurden zu einem schwarz-rot-goldenen Meer aus Polyester und Elasthan. Auffällig dabei: Neben dem Original-Deutschlandtrikot von Ausstatter Adidas fielen weiße Shirts mit dem Check24-Schriftzug ins Auge. Das Vergleichsportal hatte zur EM Trikots verschenkt: weiße Shirts mit dem Unternehmenslogo auf der Brust, umrandet von einem Adler und dem Puma-Symbol.
Zur diesjährigen Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada spendiert das Unternehmen seinen Kundinnen und Kunden erneut ein Fanshirt. Um ein kostenloses Trikot zu erhalten, müssen sich Interessierte die Check24-App herunterladen und dort registrieren – mit E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Adresse. Das offizielle DFB-Trikot von Adidas gibt es ab 100 Euro. Da wirkt das Angebot von dem Vergleichsportal attraktiv.
Doch Datenschützer kritisierten die Kampagne bereits 2024 scharf. „Das Trikot gibt es natürlich nicht umsonst, man zahlt mit seinen Daten“, sagte eine Juristin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Mehr als fünf Millionen Menschen registrierten sich für das EM-Tippspiel. Sie luden die App herunter, erstellten ein Profil und gaben ihre Daten an.
Check24 konnte so neue Daten und Kunden generieren, inklusive diverser Zugangspunkte zu der Zielgruppe. Hinzu kommt der Werbeeffekt. Bars, Fanmeilen und Stadien waren voll mit dem weißen Sportshirt mit dem großen Check24-Logo darauf. Das Trikot war also ein dreifacher Erfolg für die Vergleichsplattform: Millionen neue Kunden, neue Daten und Sichtbarkeit.
Kein Wunder also, dass das Unternehmen bei der Weltmeisterschaft erneut versucht, dies für sich zu nutzen. Statt Puma ist diesmal die koreanisch‑italienische Marke Fila auf dem Trikot abgedruckt. Und: Die Stückzahl ist zunächst auf zwei Millionen begrenzt.Mehr als 600.000 sind laut der Webseite bereits vergriffen. Ob Check24 bei hoher Nachfrage die Anzahl noch einmal aufstockt, ist unklar.
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