Der ohnehin schon hitzige Übernahmekampf zwischen der Commerzbank und ihrem italienischen Konkurrenten Unicredit spitzt sich weiter zu. „Der Gesamtbetriebsrat hat heute auf einer außerordentlichen Sitzung seinen Vorsitzenden beauftragt, Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Irreführung nach Paragraf 119 und 120 WpHG gegen unbekannt zu stellen“, sagte Betriebsratschef Sascha Uebel dem Handelsblatt. Unicredit hat Anfang Mai ein Übernahmeangebot vorgelegt und bietet dabei 0,485 eigene Papiere je Commerzbank-Aktie. Bei der aktuellen Bewertung liegt die Offerte damit rund 1,50 Euro unter dem Commerzbank-Kurs von 35,78 Euro.

Dennoch haben Anteilseigner Unicredit bereits 11,22 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Unicredits Aktienanteil würde damit auf knapp 38 Prozent steigen. „Die Belegschaft ist aufgrund der Vorkommnisse der vergangenen Wochen derart wütend, dass eine Strafanzeige aus meiner Sicht der logische nächste Schritt ist“, sagte Uebel. Unicredits Angebot für die Commerzbank sei wirtschaftlich unattraktiv.

Dass trotzdem so viele Aktien angedient worden seien, sei nicht rational erklärbar. „Ich habe wie viele Beschäftigte in der Commerzbank den Verdacht, dass der Kapitalmarkt damit bewusst in die Irre geführt werden soll“, sagte Uebel. „Es soll der Eindruck erweckt werden, als habe Unicredit die Übernahme der Commerzbank schon so gut wie in der Tasche, doch dem ist nicht so“, sagte der Betriebsratschef.