Der erhoffte Frühjahrsaufschwung droht in diesem Jahr auszubleiben: Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) fiel im Mai auf 94,8 Punkte und damit auf den Stand von Januar. Die neutrale 100-Punkte-Marke, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt, rückt damit wieder in weitere Ferne. „Vor allem der Ausbruch des Iran-Krieges und dessen Folgen haben dazu beigetragen, dass sich das Konjunkturbild seit März wieder deutlich eingetrübt hat“, sagte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik am Mittwoch. „Die Hoffnung auf einen merklichen Aufschwung der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ist weitgehend Ernüchterung gewichen – quasi fast zurück auf Los.“ Der Rückgang spiegelt vor allem die eingetrübten Aussichten für die kommenden Quartale wider.
Dabei ist Europas größte Volkswirtschaft gut ins Jahr gestartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal um 0,3 Prozent, während die Euro-Zone insgesamt nur ein Plus von 0,1 Prozent schaffte. Die stark gestiegenen Öl- und Gaspreise infolge des Irankriegs hätten den Inflationsdruck und die wirtschaftliche Unsicherheit merklich erhöht.