Sollte es einen Bilderbuch-Millionär geben, dann erfüllt Kai Viehof kaum eines der Klischees. Die schmalen Schultern fallen auch unter dem schwarzen T-Shirt und dem schwarzen Hemd auf, der Bart ist leicht strubbelig, in beiden Ohren steckt ein Ring. So saß er jüngst zum Beispiel in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ zum Thema Erben. Er trat viel zurückhaltender auf als einer seiner Kontrahenten, ein ebenfalls vermögender Elektrotechnik-Unternehmer aus Neuss mit raumgreifendem Körper und Einstecktuch.

Viehofs Großvater baute in den 1960er-Jahren die Handelskette „Allkauf“ auf, die er 1998 für rund eine Milliarde Mark an die Metro AG verkaufte. Geld, das die Familie bekam. Doch Kai Viehof lehnte seinen Anteil ab, als er an der Reihe war. Der Mönchengladbacher, 44 Jahre, ist ein neues Gesicht im Lager der Millionäre, die ihr Geld nicht vermehren, sondern verteilen wollen.

Zu dem Lager gehören auch Sebastian Klein, Autor des Buches „Toxisch reich“, der als Mitgründer der App Blinkist reich wurde. Oder Marlene Engelhorn, die der Gründerfamilie des Chemiekonzerns BASF entstammt.