In dem Wohnviertel entlang der Hennur-Bagalur-Straße im Norden der Millionenstadt Bangalore deutet nicht viel darauf hin, dass Indien hier seinen Aufstieg zur Weltraummacht vorantreibt. Ein Hund sucht in einer staubigen Gasse nach einem schattigen Plätzchen. Ein kleiner Kiosk verkauft Kekse und heißen Tee. Wäsche hängt zwischen einem Gewirr aus Stromkabeln zum Trocknen von den Balkonen.

Das Start-up Pixxel, das Satelliten für die Erdbeobachtung herstellt, stellt hier unter Beweis, dass Hochtechnologie auch unter einfachen Bedingungen gedeihen kann. In dem grauen Bürogebäude des Unternehmens blicken zwei Techniker in einem fensterlosen Raum auf eine Bildschirmwand – jeder Monitor ist so groß wie ein Esstisch. In dem Kontrollzentrum von Pixxel überwachen sie die Lage der unternehmenseigenen Satellitenflotte im Orbit. Auf einem der Displays läuft ein Countdown: In 18 Minuten und 24 Sekunden wird Satellit „Firefly 1“ die Bodenstation im norwegischen Spitzbergen überfliegen.

Dann bleiben knapp zehn Minuten Zeit, um die gesammelten Erdbeobachtungsdaten herunterzuladen. Was die „Fireflies“ zurück zur Erde schicken, sind keine gewöhnlichen Luftaufnahmen. Die Satelliten erfassen Licht in Hunderten verschiedenen Wellenlängen. „Wir nutzen hyperspektrale Sensoren, um das Unsichtbare sichtbar zu machen“, erklärt Gründer Kshitij Khandelwal.

„Unsere Satelliten erkennen so Methanlecks, helfen dabei, die Bodenfeuchtigkeit von Weizenfeldern zu analysieren oder spüren illegalen Bergbau im Amazonas auf.“