In US-Medien wird Europas Rolle im Nahen Osten heiß diskutiert. „Nachdem die Europäer nur herumlaviert haben, unterstützen Sie uns wenigstens jetzt, nach einem Friedensdeal?“ Diese Frage stellte Stuart Varney, langjähriger Moderator des rechtskonservativen TV-Senders Fox Business, diese Woche der Sicherheitsexpertin Rebeccah Heinrichs. Punktuell habe es durchaus Unterstützung Europas für Donald Trumps Irankrieg gegeben, erwiderte Heinrichs. „Jetzt ist das Ziel der Europäer, offensiv und auch öffentlich klarzumachen, dass man die Öffnung der Straße von Hormus langfristig sichern will.“ Voraussetzung sei allerdings, dass die Meerenge weder unter iranischer noch amerikanischer Kontrolle stehe.

Der kurze Dialog spiegelt eine verfahrene und komplexe Situation wider: US-Präsident Donald Trump ist nach einem turbulenten G7-Gipfel in Frankreich seit Donnerstagmorgen zurück im Weißen Haus. An diesem Freitag soll ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Irankriegs in der Schweiz unterzeichnet werden – Trump setzte seine Unterschrift bereits vor Kameras im Schloss Versailles. Doch die europäischen Staaten müssen nun mit den Folgen umgehen, die Trump mit dem amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran ausgelöst hat: eine politisch instabile Lage im Nahen Osten und eine ungewisse Zukunft für die stark verminte Straße von Hormus.