Der ehemalige Chef der rechten FPÖ, Christian Strache, steht wegen des Vorwurfs der Untreue in Österreich vor Gericht. Er habe unrechtmäßig versucht, sich eine Versicherungssumme im Wert von Hunderttausenden Euros auszahlen zu lassen, die eigentlich seiner Partei zugestanden hätte, lautete der Vorwurf des Staatsanwaltes am Landesgericht Wien. Die Partei habe im Jahr 2007 für den Parteichef und späteren Vizekanzler (2017-2019) eine Lebensversicherung abgeschlossen, schilderte der Ankläger. Die FPÖ zahlte demnach 940.000 Euro ein.

Damit sollte im Todesfall Straches Familie versorgt werden, andernfalls hätte die veranlagte Summe an die FPÖ zurückfließen sollen, hieß es. Strache habe aber später zusammen mit einem mitangeklagten FPÖ-Finanzreferenten versucht zu erreichen, dass ihm das Geld ausgezahlt werde und nicht der Partei. Strache und der zweite Angeklagte bestritten die Vorwürfe. Die Versicherung sei von Anfang an von der Partei nicht als klassische Lebensversicherung, sondern als Rentenvorsorge konzipiert gewesen, falls die politische Karriere plötzlich zu Ende gehe, argumentierte er.