Dem französischen Spirituosenkonzern Pernod Ricard droht in Indien eine millionenschwere Steuernachzahlung. Indische Ermittler werfen dem Hersteller von Chivas-Regal-Whisky und Absolut Vodka vor, das Alter und die Zusammensetzung seiner Scotch-Whisky-Importe verschleiert zu haben, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Ziel sei es gewesen, deren wahren Wert zu verbergen und niedrigere Zölle zu zahlen. Die Behörden fordern eine Rückzahlung von 314 Millionen Dollar (270 Millionen Euro).
Der Konzern wehrt sich nun juristisch gegen die Vorwürfe. Pernod Ricard wies in einer Stellungnahme jegliches Fehlverhalten zurück. Man sei allen Vorschriften nachgekommen und zuversichtlich, die eigene Position vor Gericht durchsetzen zu können, hieß es. Den Ermittlern zufolge hat Pernod seine Angaben „absichtlich verkompliziert“.
Dazu seien interne Codenamen für Malze verwendet worden, um den Zollbehörden einen Vergleich mit den Importen von Konkurrenten zu erschweren. Die Ermittler gehen davon aus, dass Pernod den Wert seiner importierten Konzentrate um 67,49 Prozent zu niedrig angegeben hat, um den geltenden Zollsatz von 150 Prozent zu umgehen.