Russland hält etwa 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt. Die betroffenen Regionen werden zielstrebig russifiziert, auch mit gesetzgeberischen Mitteln. Bereits sieben Monate nach der Invasion erklärte Moskau die ukrainischen Provinzen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson zu russischem Staatsgebiet. Die Krim war bereits im März 2014 annektiert worden.

International anerkannt wurde dieser Schritt nie. Auch befinden sich weiterhin beträchtliche Teile dieser Gebiete unter ukrainischer Kontrolle. Doch der Kreml will Fakten schaffen. Juli steht ein weiterer folgenschwerer Schritt bevor.

Bis zu diesem Datum haben die Eigentümer von Immobilien in den besetzten Gebieten Zeit, ihren Besitz in die russischen Grundbücher eintragen zu lassen. Das ist die einzige Möglichkeit, um sich vor dem Verlust des Eigentums zu schützen. Nach russischem Recht können leer stehende Liegenschaften als besitzerlos eingestuft werden. Dadurch gehen sie nach Ablauf einer Frist von 30 Tagen in den Besitz der russischen Behörden über, die sie dann weiterverkaufen oder sonst darüber verfügen können.

Ukrainische Besitztitel, die vor dem russischen Überfall erstellt wurden, werden nicht anerkannt.