Nach einem Tag neuer Rekorde bewegen sich die großen US-Indizes am Mittwoch vorerst kaum. Chip-Aktien legen unterdessen weiter zu. Neue Zeichen für ein Ende des Irankriegs bewegten die Börsen schon am Dienstag. Am Mittwoch schließen Berichte iranischer Staatsmedien über den Entwurf eines Rahmenabkommens an die optimistische Grundstimmung an.

Eine Vereinbarung gibt es zwar noch nicht, doch der vom Iran zirkulierte Entwurf sieht eine vollständige Öffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen und einen Abzug der US-Truppen aus der Region vor. Details sind noch unklar und aus den USA gibt es bisher noch keine Reaktion. Das Kabinett von US-Präsident Donald Trump trifft sich um 19 Uhr deutscher Zeit im Weißen Haus. Doch die Berichte aus dem Iran lassen an den Rohstoffmärkten bereits Hoffnung auf ein Ende des Kriegs aufkommen.

Die Preise für die wichtigen Rohölsorten Brent und WTI fallen um rund vier Prozent. Brent zur Lieferung im Juli kostet teilweise weniger als 92 Dollar pro Fass und damit so wenig wie zuletzt vor über einem Monat. WTI zur Lieferung im Juli liegt mit weniger als 89 Dollar ebenfalls auf einem Monatstief. Weiter klar im Plus liegen auch die Aktien aus dem Chipsektor.

Nachdem die Marktkapitalisierung des US-Herstellers Micron am Dienstag erstmals die Billionenmarke überschritten hatte, kam in Südkorea der Konkurrent SK Hynix als neuestes Mitglied des Billionen-Clubs dazu. Micron-Papiere legen nach einem Plus von knapp 20 Prozent am Dienstag auch am Mittwoch weiter zu und notieren fünf Prozent höher. NXP und ON gewinnen ebenfalls, Qualcomm liegt dagegen im Minus. Während Unternehmen wie Nvidia die Prozessoren für das Training von KI-Modellen liefern, werden die Halbleiter-Bauteile von Micron und SK Hynix benötigt, um die riesigen Datenmengen zu speichern und zu übertragen.

US-Präsident Trump hatte Micron am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung als „großartig“ gelobt, und dessen Investitionspläne hervorgehoben. Der Chiphersteller hatte zuvor angekündigt, 200 Milliarden Dollar in die Produktion und Forschung und Entwicklung in den USA investieren zu wollen. Am Abend legt außerdem der Software-Konzern Salesforce Zahlen vor. Während zahlreiche KI-Werte in den vergangenen Jahren enorm zulegen konnten, haben die Papiere des „Software as a Service“ (SaaS)-Anbieters auf Jahressicht rund die Hälfte an Wert eingebüßt.

Einige Händler gehen nun aber davon aus, dass der Wertverfall vorerst gestoppt sein könnte. Luftfahrt und Kreuzfahrten: Die sinkenden Ölpreise reduzieren die Kosten für die großen Reiseanbieter und bringen den Aktien ein Plus. Norwegian Cruise Lines gewinnt mehr als sechs Prozent, die Fluggesellschaft Delta gewinnt mehr als vier Prozent. Lululemon: Der Sportmodehersteller hat sich nach einem monatelangen Konflikt mit Gründer Chip Wilson geeinigt.

Dieser darf zwei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat entsenden, muss sich dafür aber für mindestens 18 Monate mit Kritik an der Firma zurückhalten. Die Aktien gewinnen mehr als zwei Prozent. Mehr: Auf diese Aktien setzen Profianleger in Zeiten von KI und Krieg