Wenn in Deutschland jeder Bundestrainer ist, dann ist in Georgien jeder Winzer. Diese Erfahrung hat Patrick Honnef gemacht. Der gebürtige Rheinländer lebt seit zwölf Jahren in Georgien und leitet das Weingut Château Mukhrani. Geplant hatte er den Umzug in den Kaukasus nicht.

Honnef war im Bordeaux als Kellermeister beschäftigt, als er vom schwedischen Pharma-Milliardär Frederik Paulsen angesprochen wurde, ob er sich nicht vorstellen könnte, mit ihm in Georgien ein Weingut aufzubauen. „Ich wollte zwar nicht weg aus Frankreich, aber nutzte meinen nächsten Urlaub, um mir Georgien anzuschauen“, erinnert sich der Oenologe. Das kleine Land im Kaukasus war damals zwar seit 18 Jahren unabhängig, doch die Spuren des Sowjetsozialismus waren noch überall sichtbar, erzählt der Weinbauexperte. Die fast 8000 Jahre alte georgische Weinkultur war hingegen fast unsichtbar geworden.

Das sollte sich in den Folgejahren ändern. Und Honnef sollte einen nicht unbedeutenden Anteil daran haben.